14. MPC Motorrad-Tour 2019

We’ ass’ t so’ gutt dahem

„Wie ist es so gut zu Hause“ heißt es in der luxemburgischen Nationalhymne. Die MPC Biker-Gruppe um den Vorsitzenden Ulrich Nies kann nach einer Wochenend-Tour durch das Großherzogtum verstehen, warum die Letzebuerger ihr kleines Land so sehr lieben.

Zu klein, zu dicht besiedelt, zu viel Verkehr – die Vorurteile der meisten deutschen Motorradfahrer gegen den Kleinstaat im Dreiländereck zwischen Belgien, Frankreich und Deutschland sind zahlreich, aber falsch. Davon konnten sich zumindest die Fans der einspurigen Fortbewegung im MPC überzeugen, die an der 14. MPC Motorrad-Tour teilgenommen haben. Wer nur sorgfältig plant, der kann im schönen Norden Luxemburgs kilometerweit durch dichte Wälder, weite Felder und lieb-liche Flusstäler fahren, ohne auch nur auf eine Ortsdurchfahrt oder eine Ampel zu stoßen. Und der kann auch ähnlich idyllisch wohnen: Das Hotel Belair, das den MPC-Bikern als Basislager für ihre Tour diente, liegt unmittelbar am Ufer der Sauer. Eingebettet in eine Flussschleife bietet das Hotel dem Auge des Gastes nichts als pure Natur. Ein Turm der mächtigen Burg Bourscheid über dem Kamm des Höhenzugs auf der anderen Flussseite ist das einzige Zeichen menschlicher Zivilisation. Die Voraussetzungen für ungetrübten Fahrspaß waren also gut, zumal in Luxemburg sogar Straßen letzter Ordnung – einspurig und ohne Leitplanken – meist in ausgezeichnetem Zustand sind. Leider spielte aber das Wetter nicht mit: Die Juli-Hitzewelle war über Nacht einem Tief mit niedrigen Temperaturen und anhaltenden Regenschauern gewichen.

Getreu dem Grundsatz „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Reifen“ ließ sich keiner aus der Gruppe schrecken, die geplante Strecke in Angriff zu nehmen, auch wenn die Annehmlichkeiten des Hotels lockten. Das Engagement wurde mit zeitweise trockener Straße, herrlichen Ausblicken und ausgesprochen geringer Verkehrsdichte belohnt.

Die Route führte über nicht enden wollende Kurvenkombinationen durch das Tal der Sauer nach Westen bis fast nach Belgien, dann nach Nordosten durch den Naturpark Obersauer und am Flüsschen Clerve entlang bis in das malerische Städtchen Clervaux, das zur Kaffee-Pause lud. Von dort ging es in südöstlicher Richtung immer an der Grenze zu Deutschland entlang durch das Tal der Our und das der Blees und schließlich wieder an der Sauer entlang bis nach Echternach, der ältesten Stadt des Großherzogtums. Nicht ganz legal, aber ohne Anstoß bei der Polizei oder den Passanten zu erregen, parkte die Gruppe die zwölf Maschinen am Rand des historischen Marktplatzes, um im Motorrad-Ambiente des „Aal Eechternoach“ zu Mittag zu essen. Steve Streff, Wirt der Brasserie, gehört selbst zu den leidenschaftlichen Bikern.

Danach führte der Tourguide die MPCler durch die „Luxemburger Schweiz“ und über den hübschen Ort Larochette nach Südwesten erneut bis kurz vor die belgische Grenze. Eine Kehrtwendung nach Norden, und über immer kleiner werdende Straßen führte der Weg zurück zum Hotel. Man sollte es kaum glauben: Bei der Rückkehr standen fast 300 Kilometer auf dem Tageskilometerzähler!

Beim Ankomm-Bier waren sich alle einig, dass Luxemburg tatsächlich auf ­engstem Raum eine Menge zu bieten hat: viel Natur, viel Geschichte, gutes Essen, nette Leute, vor allem aber wirklich zahllose wunderschöne Motorradstraßen.

Text und Fotos: Knut Briel

 

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