Teilnehmer der 9. MPC Motorrad-Tour 2014

9. MPC Motorrad-Tour in der Fränkischen Schweiz

Burgen, Bier und Schäufele

Burg Rabenstein, Schloss Thurnau, Schloss Greifenstein, Burg Zwernitz, Burg Pottenstein, Burg Egloffstein – so viele Burgen und Schlösser gab es auf der MPC Motorrad-Tour noch nie zu sehen. Dabei hatten es die Organisatoren Dorothea und Knut Briel bei der Recherche der Strecke mehr auf einsame Motorradstraßen abgesehen als auf mittelalterliche Sehenswürdigkeiten. Aber in der Fränkischen Schweiz, dem Naturpark im wunderschönen oberfränkischen Mittelgebirge, muss man halt beides nicht lange suchen.

Wenn es aber etwas gab, das die Motorradgruppe noch häufiger zu Gesicht bekam, dann waren dies Brauereien und Biergärten. Mit über 200 Betrieben hat die Region zwischen Bamberg und Bayreuth die höchste Brauereidichte der Welt – es scheint, dass jeder kleine Weiler stolz auf sein eigenes Bier ist. Immerhin stammen etwa tausend verschiedene Sorten aus Oberfranken. Schade nur, dass sich Biertrinken und Motorradfahren nicht miteinander vertragen. So mussten sich die MPC-Kradler immer bis zum Abend gedulden, bevor sie dem Gerstensaft zusprechen konnten.

Ein Glück, dass der Berggasthof „Hötzelein“ in Regensberg, wo die 14-köpfige Gruppe Quartier bezogen hatte, noch mehr zu bieten hat als einen atemberaubenden Blick auf den Ort Weingarts und das Umland, nämlich unverfälschte fränkische Küche. Und so saß der bunte Haufen schon am Ankunfts-Freitag für Stunden im Freien bei dunklem fränkischen Bier und regionalen Spezialitäten wie Schäufele oder Schweinebraten, tauschte sich über die Geschehnisse der vergangenen Monate aus und zerstreute die Bedenken der Neuzugänge Horst Borghs und Andreas Heine bezüglich des am nächsten Tag anzuschlagenden Tempos sowie der Herausforderung des Fahrens in einer so großen Gruppe.

Am Samstag machte sich die Biker-Fraktion des MPC dann auf eine fast 300 Kilometer lange Runde – wie Tour Guide Knut Briel versprochen hatte, fast ausnahmslos über Straßen zweiter und dritter Ordnung und ohne eine einzige Ampel. Die vielfältige Topografie der Fränkischen Schweiz mit ihren bizarren, steil aufragenden Jurafelsen, idyllisch-grünen Flusstälern und dichten Wäldern bietet nicht nur dem Auge ständige Abwechslung, sondern auch den fahrerischen Ambitionen. Enge Serpentinen wechseln sich mit weitgeschwungenen Kurven und schurgeraden Kammstraßen ab, enge Flusstäler mit weiten Hochebenen und dicht bewaldeten Hügeln. Namenlose Dorfstraßen führen durch wunderschöne, verschlafene Weiler, Fachwerk und altes Gemäuer lassen die kleinen Gemeinden wie Freilichtmuseen wirken. Und immer wieder wird die Szenerie von einer mächtigen Burg oder Burgruine überragt.

Natürlich machten auch die elf Motorräder der MPC-Gruppe immer mal wieder Halt an einer solchen Sehenswürdigkeit: an der Burg Rabenstein zum zweiten Frühstück, an Schloss Thurnau (www.thurnau.de) zum Foto-Stopp, am Schloss Greifenstein zur Mittagspause. Frisch gestärkt tauchte der Tross dann jedesmal wieder ab ins Grün der Landschaft, fuhr durch dichte Mischwälder, entlang plätschernder Bäche, vorbei an karstigem Gestein mit Höhlen und Ruinen, und eine Kurve reihte sich an die andere. Am Abend war es dann allen gerade recht, als der Berggasthof wieder in Sicht kam und jeder wusste, dass eine warme Dusche, ein malziges Bier und eine deftige Mahlzeit auf ihn warteten.

Am Sonntag machten sich die ganz Unverdrossenen vor der Heimreise noch einmal auf eine rund hundert Kilometer lange Schleife, und es schien, als wollte die Fränkische Schweiz noch einmal alles zeigen, was sie zu bieten hat. Dichte Wälder, schroffe Felsen, sanfte Hügel und großartige Panoramen wechselten einander ab und demonstrierten die ganze Vielfalt der Region. Trotz des Sonntags und trotz aller Schönheit der Landschaft hielt sich das Verkehrsaufkommen in engen Grenzen, und meist hatte die Motorradgruppe den kurvigen Asphalt für sich allein. Als Tüpfelchen auf dem „i“ hatte der MPC auch 2014 wieder das Glück für seine Biker gepachtet: Nicht ein einziger Tropfen Regen fiel an diesem Wochenende vom Himmel, und – noch viel wichtiger – die Gruppe blieb bis zum Schluss von Unfällen und Pannen verschont.

So verstreuten sich Sonntagmittag 14 glückliche und zufriedene MPC-Biker wieder in alle Winde, nicht ohne sich vorher auf ein Zielgebiet für die 10. MPC Motorrad-Tour zu einigen. Wer bei der Jubiläums-Tour im Jahr 2015 dabei sein möchte, der darf sich auf den Hunsrück freuen – eine raue Landschaft von ganz eigenem Reiz, der wir im nächsten Jahr die Chance geben wollen, sich als Motorradparadies zu entpuppen.

Knut Briel

 

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