Nachruf

Zum Tod von Günter Friedlein

Der MPC trauert um Günter Friedlein, der am 27. August 2012 im Alter von 72 Jahren nach schwerer, unheilbarer Krankheit im Hospiz in Stuttgart-Degerloch gestorben ist.

Günter Friedlein (geboren am 20. Juli 1940, MPC-Mitglied seit 1982) war Nürnberger wie seine Frau Monika, die er vor drei Jahren auf tragische Weise durch eine Hirnblutung verloren hatte. Zwei Jahre später wurde bei ihm eine Krebserkrankung in sehr fortgeschrittenem Zustand entdeckt. Operationen wollte Günter Friedlein nicht mehr. Er wurde bis zuletzt von seiner Tochter Petra betreut. In vielen Gesprächen mit ihr nahm er gefasst und friedlich Abschied von seinem vielseitigen Leben. Zuletzt verfolgte er als großer Freund des Sports in den Medien noch die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele im Sommer 2012.

Günter Friedleins berufliche Karriere hatte in jungen Jahren nach dem Abitur mit der Ausbildung zum Werbekaufmann, Werbefachmann und Kundenberater bei der Carl Gabler Werbegesellschaft in Nürnberg begonnen. 1965 wechselte er in die Presseabteilung der Fürther Grundig-Werke. Von 1969 bis 1971 war er Ressortleiter Presse und PR beim Lebensmittelproduzenten Kraft GmbH in Eschborn. 1972 war die Zentrale Informationsabteilung der Braun AG in Kronberg die nächste Station.

Sein großes Interesse galt jedoch von Jugend an dem Motorsport. Als Jugendlicher war er als Streckenposten auf dem Norisring und später als regelmäßiger Besucher und Beobachter auf den verschiedensten Rennstrecken in Deutschland. Das brachte ihm auch Kontakte zur Automobilindustrie.1973 stieß er schließlich zur Deutschen Fiat AG, war dort „zweiter Mann“ bis er 1981 mit der Leitung der Presseabteilung betraut wurde. Es begann der Höhepunkt seiner Karriere, die seine Leidenschaft für den Motorsport mit den beruflichen Zielen verband. So war er beruflich damals zeitweilig selbst sehr nah an den Geschehen des Deutschen Rallyesports mit freundschaftlichen Beziehungen zu namhaften Fahrern beteiligt. Auch konnte er immer mal wieder entsprechende Fahrzeuge auf der Teststrecke in Italien fahren, was er noch als Rentner mit freudigen Augen gerne erzählte. Seine ausgezeichneten Kontakte zur Fiat-Zentrale in Turin waren dabei für viele Kollegen außerordentlich hilfreich.

Weitere Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren in den Neunzigerjahren die Leitung der Presseabteilungen bei Daihatsu und SsangYong, wobei seine Aufgaben bei SsangYong weit über reine Pressearbeit hinausgingen, was in den letzten Berufsjahren eine neue Herausforderung war.

Mit Günter Friedlein war auch ein neuer Stil in die Presseabteilungen eingezogen. Wer immer mit ihm zu tun hatte, schätzte nicht nur sein profundes Fachwissen, sondern vor allem seine Kontaktfreudigkeit, sein freundschaftliches Zugehen auf die Journalisten, sein persönliches Engagement, seine Offenheit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Mit anderen Worten: Er war, um einen Kollegen und langjährigen Mitarbeiter zu zitieren, „ein herzensguter Mensch“, auf den Verlass war.

Privat gehörte sein Interesse neben der Familie – die Tochter und zwei Enkel leben bei Stuttgart – und der Pflege von Freundschaften außer dem Motorsport vor allem dem Fußball. In jungen Jahren hatte er selbst mit Hingabe auf Nürnberger Sportplätzen gespielt und später im Laufe der Jahre ein nahezu lexikonreifes Gedächtnis entwickelt für alle Fußballergebnisse und Sportereignisse im allgemeinen. Sportliche Wettkämpfe waren für ihn ein Stück Lebensphilosophie. Günter Friedlein war ein guter Schwimmer, spielte Tennis und Golf und liebte Autofahren über alles.

Von Dr. Gerold Martin mit Ergänzungen der Tochter Petra Letzner-Friedlein

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