Regionalkreis West zu Besuch im Duisburger Hafen

Hohe Schule der Logistik

Von Bernd F. Meier

Der Regionalkreis West des MPC auf Rundfahrt über Ruhr und Rhein im größten Binnenhafen der Welt: Eindrucksvolle Präsentation der Hohen Schule der Logistik im Konferenzschiff durch Erich Staake, Vorsitzender des Vorstands der Duisburger Hafen AG. Besichtigung des brandneuen Schnellecke-Logistikzentrums für die Audi AG auf dem logport II-Gelände. Über seinen weltweit größten CKD-Standort wird Audi künftig fast eine Million Kubikmeter Komponenten nach China, Indien und Mexiko exportieren. Dem aus Australien „re-importierten“ Gernot Röthig  überreichte MPC Vorsitzender Rolf Heggen an Bord die Goldene Feder des MPC 2013

„Logistik ist ein unterschätzter Riese“, stellte Erich Staake vor den zwanzig Mitgliedern und Gästen des MPC Regionalkreises West klar. Bei ihrem Besuch hatten sie sich zu einer abendlichen Hafenrundfahrt der besonderen Art an Bord des Konferenzschiffes Karl Jarres begeben. Vom Vorstandsvorsitzenden der Duisburger Hafen AG hörten sie beeindruckende Zahlen und Daten, die dessen Aussagen über moderne Logistik untermauerten.

Vom Montanhafen zu einem modernen Logistikbetrieb verlief die Entwicklung des Duisburger Hafens ab den frühen Neunzigerjahren. „Heute haben wir 20.000 Schiffe, die bei uns anlanden. Außerdem ebenso viele Züge, die zu achtzig internationalen Zielen fahren“, so Staake. „Der Hafen sorgt direkt und indirekt für mehr als 40.000 Arbeitsplätze. Mit dem Umschlag von drei Millionen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit = Standardcontainer) sind wir der größte Binnencontainerhafen der Welt.“

Jüngster Coup des Teams um den umtriebigen sechzig Jahre alten Hafenboss: Volkswagen wird ab Januar 2014 von einem 50.000 Quadratmeter großen Hafengrundstück Fahrzeugteile in seine Werke in Nord- und Südamerika, Indien, China, Südafrika und Malaysia verschiffen. Bis zu 230 neue Arbeitsplätze sollen dadurch in Duisburg-Kaßlerfeld entstehen. Schmuddel-Schimanski war gestern, modernste, blitzblanke Logistik ist heute in Duisburg.

Für gleich 500 neue Arbeitsplätze sorgt die Schnellecke Group AG & Co. KG, die von dem im August eröffneten riesigen Logistik-Zentrum das CKD-Geschäft für die Audi AG realisiert. Noch arbeitet das Team des Wolfsburger Mehrwert-Logistikdienstleisters einschichtig, doch künftig sollen mehr als 800.000 Kubikmeter Automobilkomponenten via Duisburg nach China, Indien und Mexiko (ab 2016) exportiert werden. René Elbert, Leiter des Duisburger Schnellecke-Standorts, zu den MPC Mitgliedern beim Rundgang durch die viele Fußbalfelder großen Hallen: „Mitte 2014 werden wir hier den vollen Betrieb haben.“ Mehr als 25 Millionen Euro wurden in den weltweit größten CKD-Standort von Audi durch die Duisburger Hafen AG im Stadtteil Wanheim-Angerhausen investiert.

Duisburg – nicht nur der größte Binnenhafen der Welt, sondern inzwischen als die Marke duisport mit seinen diversen Beteiligungsunternehmen auch Eisenbahngesellschaft, Verpackungsdienstleister, Logistiker und international gefragte Consultingfirma beim Aufbau neuer Häfen und deren Erweiterung sowie angeschlossener Logistikdienstleister in Arabien, Asien und Südamerika. Erich Staake: „Als Hafen nur Kaimauern zu putzen, das reicht heute im globalen Wettbewerb längst nicht mehr aus. Sie müssen Rundum-Dienstleister sein.“ duisport – eine Erfolgsgeschichte und ein Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet, eng verbunden jedoch mit der Erkenntnis, die Staake nicht vorenthielt: „Wir können hier gar nicht so viele neue Arbeitsplätze schaffen, wie woanders an der Ruhr welche wegbrechen.“

Goldene Feder des MPC an Gernot Röthig

Während der Rückfahrt gab es an Bord auf dem Rhein zwischen Hochfeld und Hochemmerich für Gernot Röthig eine ganz besondere Ehrung. MPC Präsident Rolf Heggen zeichnete das langjährige MPC Mitglied mit der Goldenen Feder des MPC aus. Der Preis wurde erstmals verliehen. Röthig wurde geehrt für seinen humorvollen Beitrag im MPC Magazin mit dem Titel „Der Peter und sein Sperrdifferential“. Die Ehrung hätte schon bei der MPC Mitgliederversammlung im Mai in Erfurt stattfinden sollen, wurde jedoch aufgeschoben, weil der Preisträger für längere Zeit in Australien war. Röthig in seinen kurzen, knackigen Dankesworten: „So konnte ich mich fast ein Jahr auf diese Ehrung freuen.“

Info

Die Duisburger Hafen AG mit rund 1.000 Beschäftigten ist Eigentums- und Managementgesellschaft des Duisburger Hafens. Das erste Hafenbecken entstand 1716, heute sind es 21. Die Hafengesellschaft wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Duisburg kontrolliert. 2012 setzte die Hafen AG 160 Millionen Euro um, im Jahr zuvor waren es 148 Millionen Euro. Unter der Marke duisport firmieren eine ganze Reihe Logistikdienstleister, um die Wertschöpfungskette zu komplettieren. www.duisport.de

 

Fotos

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