Regionalkreistreffen von MPC und VdM

Ein Besuch in der Rallye-Schmiede von „X-raid“ –
Leistung, Zuverlässigkeit, Siegeswillen

Rund vierzig Besucher von MPC und VdM bei X-Raid in Trebur

Kaum jemand würde den kleinen südhessischen Ort Trebur-Astheim bei Rüsselsheim kennen, gäbe es dort nicht die Hightech-Rallyeschmiede "X-raid". Hier werden Wüsten-Renner auf der Serienbasis von BMW X3 und Mini All4 Clubman entwickelt und aufgebaut. Die heißen dann aber etwas anders: der Dreier-BMW bekommt ein "CC" angehängt, das für "Cross Country" steht, und der Mini heißt dann "Mini All4 Racing". Chef im Hause X-raid ist Sven Quandt, ein Spross aus der Industriellen-Dynastie. Quandt hatte am 13. Juni zum Regionalkreistreffen von MPC und VdM eingeladen. Es sollte spannend werden…

Für Quandts praktizierte Bescheidenheit spricht, dass er bei seinem ausführlichen Vortrag nicht mit den zwei Paukenschlägen seiner letzten Rallyeerfolge startete: dem zweifachen Gewinn bei der Südamerika-Dakar-Rallye 2012 und 2013. Er begann mit seinem persönlichen Einstieg in die Allrad-Sportszene als Beifahrer, der zum Fahrer wurde, weil er weniger "Schrott" fuhr als sein damaliger Fahrer. Mitsubishi Pajeros waren zunächst seine bevorzugten Sportgeräte, auf denen er sogar zweimal Vizeweltmeister in der "Marathon"-WM wurde. Es folgte ein zweijähriges Intermezzo als Motorsport-Direktor von Mitsubishi weltweit. Zuvor hatte er schon die Firma" GeCo" (German Cockpit) gegründet, mit der er auf Pajero-Basis Wettbewerbsfahrzeuge für Kunden aufbaute. 2001 wurde dann "X-raid" gegründet, anfangs mit sechs Mann Personal für Verwaltung, Technik und Logistik. Heute beschäftigt Quandt 45 Mitarbeiter. Sein Credo: Leistung, Zuverlässigkeit, Siegeswillen.

Nahezu alle Spitzenpiloten der Cross Country-Szene fuhren bereits für Quandt: Luc Alphand, der ehemalige Ski-Abfahrtsweltmeister, der den ersten Diesel-Tagessieg überhaupt in Afrika  auf einem X-raid- BMW X5 CC einfuhr, Carlos Susa, Nasser Al Attyah, Nani Roma und vor allem Stéphane Peterhansel, der soeben in Trebur seinen Vertrag bis 2014 verlängerte. Peterhansel sei "das Maß aller Dinge, er hat eine unglaubliche Erfahrung nach 11 Dakar-Siegen, zeigt stets höchste Verantwortung und ist eine absolute Führungspersönlichkeit", betont Quandt.

X-raid hat einen Hauptsponsor und ein knappes Dutzend an Technik- und Ausrüstungssponsoren. Das macht Entwicklung und Einsätze leichter. Zum anderen verkauft Sven Quandt auch seine Renner. Beide Söhne arbeiten in der Firma seit Jahren mit: der eine, Thomas, überwiegend für die Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring, der andere, Tobias, für Renneinsätze, Technik und Organisation. So kann der Chef, Mitte 50, beruhigt in die Zukunft sehen, auch wenn die Konkurrenz durch Reglementänderungen Vorteile für sich in Anspruch nehmen kann. Noch aber halten die 6-Zylinder-Dieseltriebwerke von BMW die mächtigen V8-Benziner in Schach, punkten durch höhere Zuverlässigkeit. "Unser Ziel ist klar definiert: wir wollen auch den 3. Dakar-Sieg in Serie", so der Gastgeber gegen Ende des Abends, der unterhaltsam und vor allem für Technik-Freaks faszinierend war.

Text und Foto: Frank Nüssel

 

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